Spetses
Σπέτσες

Genau wie Hydra besitzt auch Spetses keinen eigenen Flughafen. Die Insel ist jedoch hervorragend angebunden – sowohl direkt von Athen aus als auch vom peloponnesischen Festland. Besonders charmant: Da Hydra und Spetses Nachbarinseln sind, lassen sie sich perfekt in einer einzigen Reise kombinieren.
Die Schnellfähre ab Piräus bietet den bequemsten Weg, wenn ihr in Athen geandet seid oder euch die Stadt angesehen habt.
Die Fähren legen im Hafen von Piräus (ebenfalls meist an Gate E8) ab. Die modernen Hochgeschwindigkeitskatamarane (z.B. Aero Highspeed oder FlyingCat von Hellenic Seaways sowie Schiffe von Sea Jet und Magic Sea Ferries) steuern Spetses täglich an.
Die Überfahrt dauert je nach Anzahl der Zwischenstopps (meist wird an den Inseln Poros und Hydra sowie Ermioni angehalten) etwa 2 bis 2,5 Stunden. Ein Ticket kostet pro Strecke zwischen 50 € und 62 €.
Wer mit dem Mietwagen auf dem Festland (Peloponnes) unterwegs ist, kann alternativ bis zum kleinen Küstenort Kosta (nahe Porto Heli) fahren. Kosta liegt Spetses geografisch am nächsten. Da ihr das Auto nicht mit auf die Insel nehmen dürft, parkt es auf den dortigen bewachten Parkplätzen.
Ab Kosta habt ihr gleich drei Optionen, um die minimale Distanz zu überwinden:
Ein traditionelles Fährboot bietet die günstigste Variante. Die Fahrt dauert etwa 15 Minuten und kostet nur wenige Euro. Es gibt feste Abfahrtszeiten (meist 3 bis 4 Mal täglich).
Schnellboote pendeln in der Hauptsaison fast alle 30 Minuten und bringt euch in 15 Minuten rüber.
Taxiboote gelzten als die exklusivste und flexibelste Option. Die Taxis warten in Kosta und bringen euch auf Abruf (rund um die Uhr) in nur 10 Minuten direkt zum Hafen Dapia nach Spetses. Eine Fahrt kostet pauschal ca. 30 € bis 40 € (ideal, wenn man sich die Kosten in einer kleinen Gruppe teilt).
Direktverbindung Hydra – Spetses
Falls Sie beide Inseln kombinieren möchten, ist der Wechsel denkbar unkompliziert. Die Schnellfähren verbinden die Häfen von Hydra und Spetses das ganze Jahr über.
Die Katamarane fliegen förmlich über das Wasser und benötigen für die Strecke von Hydra nach Spetses gerade einmal 30 bis 35 Minuten. In den Sommermonaten gibt es bis zu 9 Verbindungen täglich, sodass ihr Spetses von Hydra aus sogar problemlos als Tagesausflug einplanen könnt. Ein Ticket für diese kurze Verbindung liegt bei etwa 15 € bis 18 €.
Die elegante Schwester von Hydra
Ebenfalls im Saronischen Golf gelegen und nur eine kurze Fährüberfahrt von Hydra entfernt, versprüht Spetses ein völlig anderes, aristokratisches Flair. Während Hydra rau, steinig und künstlerisch-bohemianhaft wirkt, präsentiert sich Spetses grün, herrschaftlich und vom Glanz der feinen Athener Gesellschaft geprägt.
Der Hauptort Spetses-Stadt: Pinien und Prachtbauten
Das Herz der Insel schlägt in Spetses-Stadt (oft auch Dapia genannt, nach dem historischen Hafenviertel). Der Ort zieht sich flach entlang der Küste und unterscheidet sich optisch stark von Hydra:
Hier dominieren neoklassizistische Villen mit weißen Fassaden, roten Ziegeldächern und kunstvollen Kieselstein-Mosaiken (Votsalota) auf den Plätzen und Innenhöfen. Das unübersehbare Wahrzeichen am Ufer ist das Poseidonion Grand Hotel – ein Prachtbau im Stil der Côte d’Azur aus dem Jahr 1914, der bis heute den exklusiven Charakter der Insel unterstreicht.
Spetses war, genau wie Hydra, eine mächtige Seefahrernation. Die berühmteste historische Figur ist Laskarina Bouboulina, eine legendäre Reederin und die erste weibliche Admiralin der Weltgeschichte, die im griechischen Unabhängigkeitskrieg von 1821 ihre eigene Flotte befehligte. Ihr ehemaliges Wohnhaus ist heute ein sehenswertes Museum.
Poseidonion Grand Hotel - Das Juwel von Spetses
Das Poseidonion Grand Hotel auf Spetses ist weit mehr als nur eine Luxusunterkunft – es ist das unübersehbare, architektonische und historische Wahrzeichen der Insel. Direkt an der Uferpromenade des Hafens Dapia gelegen, prägt es seit über einem Jahrhundert die Skyline von Spetses und gilt als eines der geschichtsträchtigsten und elegantesten Hotels in ganz Griechenland.
Das Hotel ging aus der Vision eines einzigen Mannes hervor: Sotirios Anargyros. Anargyros war ein auf Spetses geborener Grieche, der in den USA in der Tabakindustrie zu unermesslichem Reichtum gelangt war. Als er im frühen 20. Jahrhundert auf seine Heimatinsel zurückkehrte, wollte er Spetses in ein exklusives, internationales Tourismusziel für die High Society verwandeln.
Er beauftragte den Architekten Panagiotis Zizilas. Der Bau begann im Sommer 1911, und im Sommer 1914 feierte das Hotel seine feierliche Eröffnung. Für die damalige Zeit war die Errichtung ein technisches und logistisches Meisterwerk in der griechischen Provinz.
Ein Hauch von Côte d’Azur
Das Poseidonion bricht radikal mit dem typisch griechisch-mediterranen Baustil. Anargyros war auf seinen Reisen tief beeindruckt von den mondänen Luxushotels der französischen Riviera. Das Design des Poseidonion wurde daher direkt von Ikonen wie dem InterContinental Carlton in Cannes und dem Hotel Negresco in Nizza inspiriert.
Das Gebäude besticht durch seine symmetrische, strahlend weiße Fassade, die markante zentrale Dachkuppel (die heute eine exklusive, zweistöckige Suite namens „La Cupola“ beherbergt), hohe Fensterbögen und eine weitläufige, herrschaftliche Veranda, die dem Meer zugewandt ist.
Es war das allererste Hotel in Griechenland, das Spa-Behandlungen anbot. Bei der Eröffnung verfügte es über vier kleine, mit warmem Schwefelwasser gefüllte Becken für therapeutische Kuren.
Schon kurz nach der Eröffnung entwickelte sich das Hotel zum absoluten Epizentrum des gesellschaftlichen Lebens der griechischen Elite. Könige, Premierminister (wie Eleftherios Venizelos) und wohlhabende Athener Reeder reisten an, um hier zu flanieren.
In den 1960er-Jahren, als Griechenland zum Hotspot des internationalen Jetsets wurde, zog das Poseidonion auch die ganz großen Namen aus Hollywood und der Weltpolitik an. Ikonen wie Marilyn Monroe, Elizabeth Taylor und Robert F. Kennedy nächtigten in den prunkvollen Zimmern und genossen die diskrete Abgeschiedenheit der Insel.
In einem extrem aufwendigen, fünfjährigen Restaurierungsprogramm wurde das Hotel ab 2005 komplett modernisiert. Dabei wurde penibel darauf geachtet, die ursprüngliche Bausubstanz, die historischen Stuckdecken und das nostalgische Flair vollständig zu erhalten. Im Sommer 2009 öffnete es runderneuert seine Tore.
Heute besteht das Hotel aus zwei Teilen: dem historischen Flügel mit seinen herrschaftlichen Zimmern im Kolonialstil und einem neueren, sanft integrierten Anbau, der sich um einen mediterranen Garten mit einem großen Pool schmiegt. Auf der berühmten Restaurantterrasse „On the Verandah“ wird heute preisgekrönte, moderne griechische Küche serviert – noch immer mit demselben majestätischen Blick auf den Saronischen Golf wie vor über 110 Jahren.













