Sifnos
Σίφνος

Klöster mit atemberaubendem Ausblick, anspruchsvolle Wanderwege und wunderschöne Strände in windgeschützten Buchten - Sifnos bietet eine Mischung aus allem, was die Kykladen auszeichnet. Die Insel darf daher bei keinem Kykladen-Inselhopping fehlen.

Ab Piräus ist Sifnos in zweieinhalb bis fünf Stunden erreichbar - je nach Fährtyp. Die Schnellfähren von "Seajet" bedienen diese Strecke unter anderem auch mit einer Katamaran-Autofähre. Bei starkem Wind ist das Anlegemanöver im Hafen von Kamares teilweise sehr abenteuerlich. Es kommt vor, dass die Fähre das Anlegen abbricht, zur nächsten Insel weiterfährt und später einen weiteren Versuch startet, auf Sifnos festzumachen.

Als "Wanderführer" möchte ich euch die Seite sifnostrails.com empfehlen, die vom Griechischen Fremdenverkehrsamt sowie der Gemeinde Sifnos unterstützt wird. Die Strecken, die ich gelaufen bin, waren alle sehr gut beschrieben und ausgeschildert.

Apollonia und Artemonas
Απολλωνία - Αρτεμώνας

Die Insel Sifnos mag für ihre traditionellen Töpfereien und ihre malerischen Küstendörfer bekannt sein, doch ihr kulturelles und soziales Zentrum schlägt in zwei benachbarten, aber charakterlich unterschiedlichen Dörfern: Apollonia und Artemonas. Sie bilden zusammen die moderne „Chora“ oder Hauptstadt der Insel und liegen strategisch günstig im Herzen der Insel.

Apollonia und Artemonas sind durch eine leichte Wanderung miteinander verbunden und bieten zusammen das perfekte Gleichgewicht: das moderne, lebhafte Treiben der Insel in Apollonia und die historische, neoklassische Eleganz in Artemonas. Ein Besuch beider Orte ist unerlässlich, um das vielfältige und reiche Inselleben von Sifnos wirklich kennenzulernen.

Apollonia

Apollonia ist die heutige Hauptstadt und das dynamische Zentrum von Sifnos. Benannt nach dem antiken Gott Apollon, ist das Dorf ein Labyrinth aus weiß getünchten Häusern und malerischen, engen Gassen, die sich sanft über drei Hügel erstrecken.

Soziales Leben: Die Hauptstraße, liebevoll als „Steno“ (die Enge) bekannt, bildet das pulsierende Herz des Dorfes. Hier finden Besucher eine lebhafte Mischung aus traditionellen Tavernen, modernen Cafés, schicken Boutiquen, Galerien und Bars, die besonders in den Abendstunden zum Leben erwachen.

Kulturelle Stätten: Apollonia beherbergt das Folklore- und Volkskunstmuseum von Sifnos, das Einblicke in das traditionelle Inselleben, die Landwirtschaft und die berühmte Töpferkunst gibt.

Architektur: Die typische kykladische Architektur dominiert, wobei sich flache Dächer, weiße Mauern und blaue oder grüne Fensterläden abwechseln.

Die zentrale Platia (=Platz) von Apollonia befindet sich im Norden, am Übergang nach Artemonas. Direkt daneben liegt die Bushaltestelle und ein großer Parkplatz.

An der Platia gibt es derzeit (2025) nur eine Taverne, die allerdings sehr zu empfehlen ist. Nebenan ein typisch griechischer Kiosk ("Περίπτερο").

Artemonas

Nur einen kurzen Spaziergang oder eine kurze Fahrt nördlich von Apollonia liegt Artemonas, das als das aristokratischste und eleganteste Dorf von Sifnos gilt. Benannt nach der Göttin Artemis, strahlt dieser Ort einen Hauch von Wohlstand und historischer Bedeutung aus.

Aussichtspunkte: Das Dorf liegt auf dem höchsten Punkt dieses zentralen Plateaus und bietet spektakuläre Ausblicke, die bis zum Meer und den benachbarten Inseln reichen.

Idylle und Ruhe: Artemonas ist bekannt für seine Ruhe, seine gepflegten Gärten und die schönen Kirchen, darunter die berühmte Kirche Panagia Kokhi, deren Kuppel ein markanter Punkt in der Skyline ist.

Die Kirche der Sieben Märtyrer

Εκκλησία των Επτά Μαρτύρων

Es ist ein magischer Ort: Die Kirche der Sieben Märtyrer, die hinter dem Kastro von Sifnos auf einem Felsen hoch über dem Meer thront und nur über ein paar steile Treppen zu erreichen ist, gilt als einer der meistfotografierten Motive der gesamten Ägäis.

Es ist gar nicht die Kirche selbst, die diesen Ort so besonders macht. Vielmehr ist es die Summer vieler Faktoren, die hier eine Rolle spielen: Das Kastro im Rücken, der Felsen, auf dessen Spitze die Kirche gebaut wurde, das tiefblaue Meer, welches sich hinter den weißen Mauern der Kirche kontrastreich absetzt und die etwa 200 Stufen, die man hinunter- und hinaufsteigen muss.

Aber der Reihe nach: Wer mit dem Fahrzeug kommt, kann den kostenlosen Parkplatz kurz vor dem Ortseingang zum Kastro linksseitig nutzen. Im Ort biegt ihr beim Restaurant Stiadi links ab und geht die Treppen hinauf. Von dort umrundet ihr den Ort linksseitig und kommt schließlich direkt zur Treppe, die zur Kirche hinunterführt. 

Falls ihr weiter in den Ort hineingelaufen seid, könnt ihr alternativ bei der Bar Konaki (der Kaffee ist übrigens sehr zu empfehlen) die Stufen links hinaufgehen und euch dann rechts halten. Nach etwa 100 Metern erreicht ihr die Stelle, an der die Treppe zur Kirche beginnt.

Wenn ihr zur Kirche hinuntersteigt, genießt jeden einzelnen Moment und bleibt zwischendurch stehen. Der Anfang der Treppe ist übrigens auch der perfekte Ort für wunderschöne Fotos.

Tipp: Da der Weg hinunter und der Platz um die Kirche so gut wie keinen Schatten bieten, empfehle ich einen Besuch in den Nachmittags- oder frühen Abendstunden. 

Frühaufstehern kann ich hier dringend empfehlen, sich von den Stufen aus den Sonnenaufgang anzusehen: Die Sonne steigt direkt neben der Kirche aus dem Meer auf. Es ist unbeschreiblich.

 

Und noch ein Hinweis am Rande: Griechische Kirchen haben Kirchenglocken, die manuell zu bedienen sind und auch nur zu bestimmten Anlässen geläutet werden. Das Seil dazu hängt meist neben der Eingangstür. Ich habe mehrfach miterleben müssen, dass Touristen diese Glocken betätigen und sich dabei filmen lassen. Das ist nicht nur der griechisch-orthodoxen Kirche gegenüber vollkommen respektlos, sondern löst bei Griechinnen und Griechen regelmäßig Kopfschütteln und Ablehnung aus. Also bitte nicht!

Kastro
Κάστρο

Ein lebendiges Museum über der Ägäis.

 

Der Name dieses Dorfes auf Sifnos bedeutet schlicht „Burg“ oder „Festung“ – ist ein Ort, an dem die Zeit stillgestanden zu sein scheint. Hoch oben auf einem steilen Felsen an der Ostküste der Insel gelegen, bietet dieser ehemalige Hauptort von Sifnos nicht nur einen atemberaubenden Panoramablick über das endlose Blau der Ägäis, sondern ist auch ein faszinierendes, lebendiges Museum der Geschichte. Schlendert man durch das Labyrinth der engen, gepflasterten Gassen, fühlt man sich direkt in eine andere Epoche zurückversetzt. Die Gassen führen unter Arkaden hindurch, kleine Holzbrücken verbinden die verschiedenen Ebenen der Häuser, und an den Fassaden sind noch heute Überreste von Marmorsäulen, antike Mauerfragmente und sogar venezianische Wappen zu entdecken, die als Baumaterial wiederverwendet wurden.

Kastro ist heute ein harmonischer Mix aus historischer Stätte und bewohntem Dorf, das mit seinen kleinen Tavernen, Cafés und der einzigartigen Atmosphäre jeden Besucher in seinen Bann zieht. Ein Spaziergang bei Sonnenuntergang über die alten Mauern ist der perfekte Abschluss eines Tages, der eine tiefere Verbindung zur reichen Vergangenheit der Ägäis herstellt.

Seralia

Παραλία Σεράλια

In einigen Karten und Reiseführern ist der kleine Ort Seralia lediglich als "Paralia Seralia", also als Strand oder Bucht markiert.

Zu finden ist dieser kleine Ort in einer Bucht unterhalb von Kastro. Direkt aus dem Kastro führt eine Treppe hinab. Wenn man an der Hauptstraße unmittelbar vor Kastro nach rechts abbiegt, erreicht man schließlich einen kleinen Platz oberhalb von Serelia. Von hier sind es nur noch ein paar Stufen.

Der Ort bietet neben einer Handvoll Wohnhäusern noch einen kleinen Kiesstrand, zwei Tavernen und eine Schreinerei. Ein besonderer Hinweis gilt der Taverne an der anderen Seite des Strandes. Hier in der "Cantina" haben jüngst Tom Hanks und Barack Obama gemeinsam zu Mittag gegessen (so sagen es zumindest die Einheimischen).

Kamares 
Καμάρες

Kamares ist das Einstiegstor zur Insel Sifnos. Wer mit der Fähre kommt, legt am Hafen von Kamares an.

Daneben bietet der Ort alles, was das Herz begehrt: Einen schönen Sandstrand, Boutiquen mit hochwertiger Kleidung oder Kunsthandwerk, ein einladendes Nachtleben mit netten Bars und guten Restaurants und nicht zuletzt eine Reihe von Unterkünften für jeden Geschmack und Geldbeutel.

Die Hauptstraße von Kamares ist gleichzeitig die zentrale Promenade des malerischen Ortes. In den Abendstunden ist sie für Fahrzeuge gesperrt. Wenn allerdings am Ende der Straße eine Autofähre anlegt, verwandelt sich die beschauliche Promenade in eine geschäftige Hauptverkehrsader: Busse, Lieferfahrzeuge und Autos fahren im Schritttempo an den Tischen der Bars und Tavernen entlang. Nach wenigen Minuten ist der Spuk vorbei und der Ort kommt wieder zur Ruhe. Im Jahr 2025 wurde mir von Einheimischen berichtet, dass die Gemeinde über einen neuen Anleger nachdenkt - beispielsweise auf der anderen Seite der Kamares-Bucht. Über Kosten und Nutzen sind sich die Menschen allerdings noch lange nicht einig.

Wer an der nördlichen Seite der Bucht bis zum Ende der Straße läuft, gelangt auf einen Fußweg, der schließlich zur Kirche Agia Ekaterini führt. Von hier aus hat man einen tollen Blick auf die Bucht und die anlegenden Schiffe. Direkt hinter dem Kirchenplatz führt eine Treppe hinunter bis zu einer felsigen Badestelle. Neben den Stufen findet ihr eine Freiluft-Dusche. Das Wasser ist kalt, aber es ist ein einmaliges Erlebnis!

Ebenfalls zu empfehlen ist die Kirche der Agia Marina, deren Zuwegung im weithin sichtbaren Zickzack-Kurs den Berg hinauf verläuft. Auch von hier hat man eine schöne Aussicht auf den Ort.

Vathi
Βαθύ

Vathi ist ein bildhübsches Küstendorf an der Südwestküste. Der Name Vathi bedeutet so viel wie „tief“, was auf seine Lage als geschützter und tiefer Hafen hindeutet. Die Bucht gilt als beliebter Anlegeplatz für Segler, die die ruhige und idyllische Atmosphäre schätzen.

Der Ort ist bekannt für seinen über einen Kilometer langen, goldenen Sandstrand und das glasklare, flache Wasser, was ihn besonders familienfreundlich macht. Am Strand findet man Tamarindenbäume, die natürlichen Schatten spenden, sowie Sonnenliegen, Schirme sowie einige sehr gute Tavernen und Cafés. 

Ein markantes Merkmal ist die Kirche der Taxiarches (Erzengel) aus dem 16. Jahrhundert, die malerisch direkt am Wasser am kleinen Hafen liegt und dreimal im Jahr mit einem Panigiri (Fest) feiert.

In der jüngeren Vergangenheit war Vathi auch ein Dorf der Töpfer; einige traditionelle Keramikwerkstätten sind noch heute zu finden.

Die Klöster auf Sifnos

Neben unzähligen Kirchen, von denen einige bereits erwähnt wurden, gibt es auf Sifnos eine Reihe von Klöstern, die zum Teil majestätisch auf den Bergspitzen stehen. Einige von ihnen sind allein wegen ihrer Lage und der Aussicht über Sifnos und die Nachbarinseln spektakulär und daher ein Muss - auch für diejenigen, die Klöster und Kirchen an sich gar nicht so spannend finden.

 

 

Hier eine Auswahl:

Chrisopigi
 Χρυσοπηγή

Eines der markantesten Wahrzeichen der Insel

Das malerische, weiß getünchte Kloster aus dem 17. Jahrhundert thront spektakulär auf einer kleinen Felseninsel an der Südostküste, die nur durch eine schmale Steinbrücke mit dem Festland verbunden ist. Die einfache, kykladische Architektur des Klosterkomplexes, umgeben vom tiefblauen Meer, schafft eine Atmosphäre von absoluter Ruhe und Spiritualität.

Einer bekannten Legende nach spaltete sich der Felsen wundersamerweise in zwei Teile, um eine Nonne während eines Piratenüberfalls zu retten, was die Entstehung dieses besonderen Ortes erklären soll.

Im Kloster wird die Ikone der Panagia Chrysopigi aufbewahrt, die von örtlichen Fischern im Meer gefunden wurde. 

Agios Simeon
Άγιος Συμεών

Kloster mit atemberaubendem Ausblick

Das Kloster Agios Simeon thront majestätisch über der Bucht von Kamares. Es bietet einen fantastischen Panoramablick auf den Hafen und die Ägäis. Besonders zum Sonnenuntergang ist dieser Ort ein wahrhaft magischer Anziehungspunkt. Agios Simeon ist mit dem Auto über eine steile Zufahrstraße erreichbar.

Profitis Ilias von Psilos
Προφήτη Ηλία του Ψηλού

Eine Wanderung, die sich lohnt

Das Kloster auf dem höchsten Gipfel von Sifnos ist ausschließlich zu Fuß erreichbar. Der Weg ist anspruchsvoll, nach etwa zweieinhalb Stunden wird man auf etwa 640 Metern Höhe mit einem unvergesslichen 360-Grad-Ausblick belohnt.

Der Aufstieg beginnt an der Umgehungsstraße westlich von Apollonia, etwa 200 Meter nördlich des Klosters Firogia. Der Weg verläuft zunächst über steinerne Treppen und ist gut ausgeschildert.

Hinweis: Laut der Angabe von Einheimischen wurden an diesem Wanderweg wiederholt Kykladenvipern gesehen. Dabei handelt es sich um eine Giftschlange! Obwohl Bisse selten sind, sollte man dringend auf festes Schuhwerk achten und auf dem Weg bleiben! Wer dennoch gebissen wurde, sollte sofort einen Arzt aufsuchen, auch wenn das Gift der Schlange im Allgemeinen nicht tödlich ist.

Panagia Vounou
Παναγιά του Βουνού

Ruhiger Ort über der Bucht von Platis Gialos

Beim Kloster Panagia tou Vounou (Muttergottes vom Berg) genießt man einen spektakulären Blick auf die Bucht von Platis Gialos. Es wurde 1813 erbaut, zum Teil finanziert durch Sifnier, die aus Konstantinopel zurückkehrten. Die Architektur ist besonders sehenswert.

Ag. Georgios
Αγιος Γεώργιος

Lohnenswerter Ausflug in den Norden der Insel

In  der Nähe der Bucht von Cherronisos liegt auf einem Hügel das Kloster Agios Georgios. Der mystische Ort lässt sich gut mit einem Besuch des kleinen Fischerdorfes Cherronisos verbinden.

Da ein Parkplatz in der Nähe ist und der Aufstieg von dort nur wenige Minuten dauert, bietet sich zudem ein Besuch des Klosters kurz vor Sonnenuntergang an. Das goldene Licht an diesem Ort ist unbeschreiblich.

Vrissi
Παναγιά Βρύσης

Zentral gelegenes Kloster, das absolute Ruhe bietet

Das Kloster Panagia Vryssiani (kurz oft auch Vrissi genannt) ist das größte Kloster auf Sifnos und liegt malerisch etwa 2 km südlich von Apollonia, an der Straße nach Platis Gialos.

Es wurde im 17. Jahrhundert gegründet und ist der Geburt der Jungfrau Maria geweiht. Die weiß getünchte Anlage ist von dicken Mauern umgeben und ähnelt einer Festung, was auf ihren ursprünglichen Zweck als Schutz vor Piratenangriffen hinweist. Heute beherbergt das Kloster ein kleines kirchliches Museum, in dem unter anderem alte Manuskripte, heilige Gefäße und Priestergewänder ausgestellt sind. 

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