Serifos
Σέριφος

Serifos ist ein Juwel der Ägäis, das seine authentische Schönheit bewahrt hat. Hier verschmelzen karge, dramatische Landschaften harmonisch mit dem tiefblauen Meer und bieten abseits des Massentourismus eine Kulisse von unvergleichlicher Ruhe und zeitloser Eleganz.

Serifos ist perfekt für Reisende, die Entspannung suchen, aber auch für jene, die gerne auf Entdeckungstour gehen. Die Insel besticht durch ihre malerische Hauptstadt Chora, die wie ein weiß-blauer Wasserfall einen steilen Hügel hinabzustürzen scheint – mit atemberaubendem Blick über die Ägäis. Die Insel hat über 70 Strände, von denen viele selbst in der Hochsaison menschenleer sind, von feinem goldenen Sand (wie am Strand von Psili Ammos) bis hin zu felsigen, windgeschützten Buchten.

Die Geschichte von Serifos ist tief verwurzelt in ihren alten Minen, deren Überreste heute ein faszinierendes Freilichtmuseum darstellen und von einer reichen industriellen Vergangenheit zeugen. Diese besondere Mischung aus rauem Terrain und kristallklarem Wasser schafft eine einzigartige, fast mystische Atmosphäre. Serifos lädt ein, den Rhythmus des traditionellen griechischen Insellebens kennenzulernen – ein Ort, an dem die Abende ruhig sind, die Sonnenuntergänge spektakulär und die Gastfreundschaft herzlich. 

Wie ihre südliche Nachbarin Sifnos ist auch Serifos über den Hafen von Piräus erreichbar - in etwa 2 bis 4 Stunden, je nach Fährtyp.

Die Chora von Serifos
Η Χώρα της Σερίφου

Die Krone von Serifos – Ein Kykladen-Meisterwerk

Die Chora von Serifos ist mehr als nur die Hauptstadt der Insel – sie ist ein architektonisches Wunderwerk und das Herzstück des kykladischen Lebens. Thronend auf einem steilen, kegelförmigen Hügel, bietet sie einen der spektakulärsten Anblicke der gesamten Ägäis.

Die Chora ist in zwei Stadtteile unterteilt: die Pano Chora (Oberstadt) und die Kato Chora (Unterstadt). Wenn man sich durch das Labyrinth aus eng verschlungenen, weiß getünchten Gassen schlängelt, entdeckt man eine faszinierende Mischung aus traditioneller Inselarchitektur. Die Häuser, eng aneinander gebaut und über Steintreppen miteinander verbunden, erinnern an eine Festung und boten in früheren Zeiten Schutz vor Piraten. Im Zentrum der Pano Chora befindet sich der charmante Hauptplatz (Platia) mit dem Rathaus aus dem 19. Jahrhundert und einigen gemütlichen Cafés. Darüber erhebt sich die Ruine der venezianischen Burg.

Der Aufstieg zum Gipfel der Chora ist ein Muss. Er führt vorbei an malerischen kleinen Kapellen, bis man schließlich die Kirche Agios Konstantinos erreicht. Von diesem höchsten Punkt aus stockt einem der Atem: Der Panoramablick über den Hafen von Livadi, die umliegenden Inseln und das schier endlose Blau der Ägäis ist besonders während des Sonnenuntergangs unvergesslich.

Die Chora von Serifos ist ein Ort, an dem die Zeit stillzustehen scheint. Sie vereint Geschichte, Ästhetik und den entspannten Rhythmus der Insel zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Vom Hafen in Livadi ist die Chora über gut ausgebaute Treppenwege in etwa 20 Minuten zu erreichten. Während der Sommermonate fährt zwischen der Hafenpromenade und der Chora zudem alle dreißig Minuten ein Linienbus. Wer hier mit schwerem Gepäck strandet, weil er in der engen Chora ein Hotelzimmer gebucht hat, der wird oft mit einem Esel abgeholt, der die Koffer trägt. Laufen muss man allerdings selbst.

Livadi

Λιβάδι

Livadi (was im Griechischen "Wiese" oder "Aue" bedeutet) ist der Haupthafen und das pulsierende touristische Zentrum von Serifos. Am Fuße des steilen Hügels gelegen, auf dem die Chora majestätisch thront, bildet Livadi einen, sanften Kontrast zur rauen Berglandschaft. Es ist der Ort, an dem viele Touren über die Insel beginnen und enden – und an dem sich das moderne Inselleben abspielt.

Die große, hufeisenförmige Bucht von Livadi ist bekannt für ihren langen, goldgelben Livadi Beach und den etwas südlicher liegenden Livadaki Beach. Das ruhige, seichte Wasser ist ideal zum Schwimmen und für Familien. Entlang der Uferpromenade herrscht eine entspannte, aber lebhafte Atmosphäre.

Livadi ist das Zentrum der Gastronomie und des Nachtlebens der Insel. Entlang der Hafenstraße finden Sie eine Reihe von traditionellen Tavernen, die frischen Fisch und lokale Spezialitäten servieren, sowie moderne Cafés und Bars. Egal, ob Sie den Sonnenuntergang bei einem Glas Wein genießen oder sich für die Weiterreise stärken möchten – hier schlägt der gesellige Puls von Serifos.

Der Ort bietet Besuchern alle Annehmlichkeiten: Fährverbindungen, Unterkünfte, Autovermietungen und Einkaufsmöglichkeiten. Es ist der ideale Ausgangspunkt, um die vielen Strände und die historische Chora zu erkunden, die von hier aus schnell und einfach zu erreichen ist.

Die Unterkunft meiner Wahl in Livadi war "Galazio Suites", etwa 900 Meter vom Anleger entfernt. Die moderne Anlage mit Pool und unmittelbarer Strandlage ist uneingeschränkt zu empfehlen. Der Besitzer und sein Team sind ausgesprochen nett und zuvorkommend.

Der Osten und Norden von Serifos

Im Osten der Insel liegt die Bucht von Agios Sostis, die nur über eine schmale Schotterstraße zu erreichen ist. Die Abzweigung von der Hauptstraße liegt auf der rechten Seite, einen guten Kilometer nordöstlich des Livadi-Strandes. 

Die traumhaft gelegene Bucht von Agios Sostis bietet einen schönen, naturbelassenen Sandstrand mit flach abfallendem Wasser und die gleichnamige, weißblau getünchte Kirche. 

Von den Felsen oberhalb der Kirche hat man einen wunderschönen Blick über die Bucht und einen großen Teil der Ostküste von Serifos.

Άγιος Σώστης

Agios Sostis

Psili Ammos

Ψιλή Άμμος

Wie viele andere griechische Inseln hat auch Serifos einen Strand mit dem Namen "Psili Ammos". Eigentlich auch kein Wunder, denn "Psili Ammos" bedeutet auf griechisch nichts anderes als "feiner Sand".

Dieser schöne Sandstrand liegt etwas weiter nördlich als die Bucht von Agios Sostis. Unterwegs nach Psili Ammos lohnt sich auf der linken Seite ein kurzer Abstecher zum Stausee von Serifos, über dessen Staumauer eine Straße verläuft, die wieder zurück in die Chora führt. 

Der Strand von Psili Ammos ist ausgesprochen familiengeeignet - auch er liegt in einer geschützten Bucht, das Wasser ist flach und sauber.  Zudem gibt es in der Bucht zwei Tavernen.

Wunderschön gelegen ist auch die Kirche Panagia Skopiani, die in einer einsamen Gegend an der Ostküste etwas unterhalb der Straße auf einem kleinen Plateau steht. 

Die Kirche ist in traditionellem Kykladen-Stil gebaut und bietet einen eindrucksvollen Kontrast zu dem dahinterliegenden tiefblauen Meer der Ägäis.

Panagia Skopiani - Παναγιά Σκοπιανή

Kloster Taxiarchon - Ιερά Μονή Ταξιαρχών

Das Kloster Taxiarchon ist eines der wichtigsten und historischsten Bauwerke der Insel. Es wurde 1572 erbaut und ist aufgrund seiner hohen Mauern und wenigen Öffnungen festungsartig angelegt.

Der burgähnliche Charakter war notwendig, um den Reichtum des Klosters vor Piratenangriffen zu schützen. Der ursprüngliche Eingang befand sich zum Schutz vier Meter über dem Boden und war nur über eine mobile Leiter erreichbar.

Öffnungszeiten:

Das Kloster ist Montags geschlossen. Dienstags bis Samstags ist es jeweils von 9.30 bis 13.30 und 16.30 bis19 Uhr und Sonntags von 10.30 bis 13.30 und 17 bis 19 Uhr geöffnet. Diese Zeiten können allerdings abweichen, da der Mönch auch für andere Kirchen zuständig ist. Beim Besuch ist wie üblich auf angemessene Kleidung zu achten.

Weinkellerei Chrysoloras
Οινοποιείο Χρυσολωρά

Etwas oberhalb des Klosters Taxiarchon liegt das Weingut Chrysoloras. Es ist über eine schmale Schotterstraße zu erreichen, welche etwa 200 Meter westlich des Klosters von der Hauptstraße abzweigt. 

Das Weingut bietet einen grandiosen Blick über das Kloster und die Buchten von Serifos. Wer hier an einem Weintasting teilnehmen möchte, sollte sich vorher auf der Webseite der Kellerei anmelden (http://www.chrysoloras.gr/). Es gibt auch regelmäßig Veranstaltungen.

Obwohl das Weingut bei unserem Besuch geschlossen war, wurden wir hier von einer Mitarbeiterin überaus freundlich empfangen. Das Geschäft wurde kurz geöffnet und so stand dem Kauf einer Flasche Wein nichts mehr im Weg.

Wer im Norden und Osten von Serifos unterwegs ist, traut manchmal seinen Augen nicht: 

Es gibt frei lebende Pferde, die im Norden der Insel plötzlich auf der Straße stehen. Sie sind zahm und absolut nicht ängstlich, aber zuweilen auch äußerst stur. Wenn sie mitten auf der Fahrbahn stehen, muss man warten. Diese Pferde sind zwar domestiziert und haben auch einen Besitzer - der hat sich allerdings für die Freiheit der Tiere entschieden und hält sie daher nicht in einer Koppel.

Die Begegnung mit diesen schönen Tieren vor der Kulisse des Meeres bleibt einem garantiert im Gedächtnis.

Die Pferde von Serifos

Wer im Norden und Osten von Serifos unterwegs ist, traut manchmal seinen Augen nicht: 

Es gibt frei lebende Pferde, die im Norden der Insel plötzlich auf der Straße stehen. Sie sind zahm und absolut nicht ängstlich, aber zuweilen auch äußerst stur. Wenn sie mitten auf der Fahrbahn stehen, muss man warten. Diese Pferde sind zwar domestiziert und haben auch einen Besitzer - der hat sich allerdings für die Freiheit der Tiere entschieden und hält sie daher nicht in einer Koppel.

Die Begegnung mit diesen schönen Tieren vor der Kulisse des Meeres bleibt einem garantiert im Gedächtnis.

Die Pferde von Serifos

Highlights an der Südküste

Die Eisenerz-Minen von Megalo Livadi

Μεγάλο Λιβάδι

Die Bucht selbst ist ein ruhiger, abgeschiedener Ort mit einer Mischung aus Sand und Kieseln. Das Wasser ist in der Regel kristallklar und lädt zum Schwimmen ein. Entlang der Bucht spenden einige Tamariskenbäume natürlichen Schatten. Trotz seiner Abgeschiedenheit gibt es hier ein paar Tavernen, die frische lokale Küche anbieten und zum Verweilen einladen. 

 

Das Highlight des Ortes sind jedoch die alten Eisenerz-Minen, deren Überreste man oberhalb des Ortes am südlichen Ende der Bucht bestaunen kann. Sie stammen hauptsächlich aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert, als der Eisenerzabbau hier seine Blütezeit erlebte. 

 

Das auffälligste Wahrzeichen ist der alte, rostige Verladekran im Hafenbereich. Über diese Konstruktion wurde das Eisenerz direkt von den Loren auf die wartenden Schiffe verladen. Er gilt heute als Kulturerbe und ist ein beliebtes Fotomotiv, besonders bei Sonnenuntergang.

Oberhalb der Bucht und in der Umgebung finden sich die Ruinen der ehemaligen Bergbauverwaltung und anderer Gebäude. Die einst imposanten Büros lassen erahnen, wie bedeutend die Einnahmen aus dem Bergbau zur damaligen Zeit waren.

Verlassene Waggons und Loren: Überall in der Landschaft sind die Überreste von Loren, verrosteten Schienen und anderen Gerätschaften zu sehen, die für den Erztransport genutzt wurden.

 

Das Gebiet um Megalo Livadi ist von Stollen und Eingängen zu den ehemaligen Gruben durchzogen, aus denen das Eisenerz gewonnen wurde.

Einige Eingänge zu den tiefen Stollen sind in den Felswänden sichtbar. Diese zeugen von der harten und gefährlichen Arbeit der Bergleute.

Die Erkundung der ehemaligen Bergwerksbereiche erfolgt auf eigene Gefahr. Für die Besichtigung der Stollen selbst ist äußerste Vorsicht geboten, da sie nicht offiziell gesichert sind. Nach einigen Metern in den Stollen wird man von völliger Finsternis umgeben. 

 

Megalo Livadi war auch Schauplatz des historischen Minenarbeiterstreiks von 1916, bei dem die Arbeiter gegen unmenschliche Arbeitsbedingungen kämpften und schließlich die 8-Stunden-Tage (40-Stunden-Woche) durchsetzten – ein wichtiges Kapitel in der griechischen Arbeiterbewegung. Ein kleines Denkmal in der Nähe des Hafens erinnert an die bei den Auseinandersetzungen getöteten Arbeiter.

 

Leuchtturm von Spathi
Φάρος "Σπαθί"

Der Leuchtturm am Kap Spathi ist ein markantes Wahrzeichen an der Südküste der Insel Serifos.

 

Errichtet im Jahr 1900, steht der Leuchtturm etwa 60 bis 65 Meter über dem Meeresspiegel auf den steilen Felsen des Kaps.

Das Gebäude ist ein besonders schöner Steinbau und gilt aufgrund der steinernen Einfassungen der Fenster und Ecken als einer der schönsten Leuchttürme der Kykladen.

Er verfügt über eine kleine umlaufende Terrasse, die wie ein Balkon über der Ägäis thront.

 

Der Leuchtturm ist automatisiert und noch in Betrieb, mit einer angeblichen Leuchtkraft von 18 nautischen Meilen.

Heute ist er nicht nur ein wichtiges Seesignal, sondern auch ein beliebter Fotospot für Touristen, besonders zum Sonnenauf- oder Sonnenuntergang. Der Platz bietet zudem einen tollen Blick hinüber nach Sifnos.

Der "Weiße Turm" von Serifos
Άσπρος Πύργος Σερίφο

Der Weiße Turm auf Serifos, bekannt als Aspros Pyrgos, ist eines der historisch bedeutendsten antiken Bauwerke der Insel.

 

Das Bauwerk stammt aus der spätklassischen bzw. hellenistischen Zeit, wahrscheinlich dem 4. Jahrhundert v. Chr., und war bis ins 7. Jahrhundert n. Chr. in Gebrauch.

Er wurde aus großen, sorgfältig behauenen Quadern aus weißem Marmor der Insel errichtet und hatte ursprünglich einen Durchmesser von etwa 12 Metern sowie mindestens zwei Stockwerke mit einer internen Wendeltreppe.

Aufgrund seiner Lage und Bauweise diente der Turm höchstwahrscheinlich als Wach- und Signalturm, der einen umfassenden Panoramablick über die Ägäis und die Bucht von Koutalas bot. Er schützte wahrscheinlich die antiken Minen in der Umgebung.

 

Heute ist nur noch ein Stumpf des Turms erhalten, der aber dank einer Teilrekonstruktion einen guten Eindruck seiner einstigen Größe vermittelt (die Mauern sind noch bis zu 5 Meter hoch).

Er befindet sich auf einem Hügel in der Nähe der Dörfer Koutalas und Megalo Livadi.

Unmittelbar neben der Ruine liegt die kleine Kapelle des Ágios Charálambos, in deren Mauern ebenfalls antike Marmorblöcke aus dem Turm verbaut wurden.

Die Stätte ist ein beliebter Aussichtspunkt, besonders zum Sonnenuntergang.

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