Poros
Πόρος

Wer den Trubel der griechischen Hauptstadt hinter sich lassen möchte, ohne stundenlang auf offener See zu verbringen, findet in Poros sein perfektes Ziel. Die Insel besticht durch ihren nostalgischen Charme, neoklassizistische Architektur und eine Pinienvegetation, die bis an das saphirblaue Wasser reicht.
Funfact: In der griechischen Sprache sind alle Inseln weiblich, mit Ausnahme von Poros. Die Griechen benennen ihre Inseln stets mit einem Artikel, daher trägt Poros einen männlichen Artikel. Es heißt daher "der Poros" (ο Πόρος).
Poros besteht eigentlich aus zwei Inselteilen, die durch einen schmalen Kanal getrennt und mit einer kleinen Brücke verbunden sind:
Sferia: Der kleinere, vulkanische Teil, auf dem sich die malerische Hauptstadt mit ihren weiß getünchten Häusern und dem berühmten Glockenturm erstreckt.
Kalavria: Der deutlich größere, bewaldete Teil, auf dem Sie Ruhe, weite Strände und das historische Poseidon-Heiligtum finden.
Anreise:
Die Erreichbarkeit von Poros ist einer ihrer größten Pluspunkte. Sie haben zwei Hauptoptionen:
Von Athen (Piräus): Vom Hafen Piräus aus steuern regelmäßig Fähren und Tragflächenboote (Hellenic Seaways oder Magic Ferry) die Insel an. Die Überfahrt dauert je nach Schiffstyp zwischen einer und zweienhalb Stunden. Es ist der klassische Weg für alle, die direkt aus der Metropole kommen.
Vom Festland (Galatas): Poros liegt dem Peloponnes so nah, dass man fast hinüberschwimmen könnte. Vom Ort Galatas aus verkehren alle paar Minuten kleine Fährboote. Besonders charmant und authentisch sind die Taxiboote: Für gerade einmal 1,50 Euro setzen diese Sie in nur wenigen Minuten direkt an der Hafenpromenade von Poros ab. Die Boote pendeln im Minutentakt zur Insel und zurück. Passagiere bezahlen direkt auf dem Boot.
Tipp für Entdecker: Die Anreise über Galatas ist ideal für Roadtrip-Fans, die den Peloponnes mit dem Auto erkunden und einen Abstecher auf die Insel machen möchten.
Ob beim Schlendern durch die engen Gassen von Sferia oder beim Entspannen im Schatten der Pinien am Love Bay – Poros entschleunigt sofort. Die Insel ist lebendig genug für Genießer, aber ruhig genug für Seele-Baumeln-Lasser.
Sferia
Während Kalavria die Ruhe und die Natur für sich beansprucht, ist Sferia das pulsierende, kulturelle Zentrum der Insel. Diese kleinere Teilinsel vulkanischen Ursprungs ist ein architektonisches Kunstwerk, das sich terrassenförmig an die Hügel schmiegt.
Ein Labyrinth aus Gassen und Treppen
Sferia zu erkunden bedeutet, sich treiben zu lassen. Die Bebauung ist dicht und charakteristisch: Neoklassizistische Herrenhäuser mit roten Ziegeldächern stehen Seite an Seite mit traditionellen, weiß getünchten Häusern.
Fernab der Hauptstraße verzweigt sich Sferia in ein Labyrinth aus schmalen, blumengesäumten Wegen.
Da die Insel steil ansteigt, ersetzen oft Treppen die Straßen. Hinter jeder Stufe und jeder Ecke wartet ein neuer Fotospot – mal eine schlafende Katze auf einer Fensterbank, mal ein unerwarteter Blick auf das tiefblaue Meer.
Auch für Nicht-Wanderer gibt es unter www.porostrails.gr einen sehr schönen Wanderweg, der sich durch die engen Gassen von Sferia schlängelt und sehr gut beschildert ist.
Das Wahrzeichen: Der historische Uhrturm
Hoch oben auf dem höchsten Punkt von Sferia thront das Wahrzeichen der Insel: der weiße Uhrturm (Roloi). Er wurde 1927 errichtet und ist von fast jedem Punkt der Stadt aus sichtbar.
Ein Aufstieg zum Turm ist ein absolutes Muss:
Von hier oben haben Sie einen spektakulären Panorama-Blick über den Kanal, die gegenüberliegende Küste des Peloponnes und das Treiben im Hafen.
Zum Sonnenuntergang taucht das Licht die Stadt und das Meer in ein warmes Gold, was den Moment fast magisch macht.

Die Promenade:
Am Fuße der Hügel, direkt am Wasser, liegt die weitläufige Hafenpromenade. Sie ist die Lebensader von Sferia und bietet einen faszinierenden Kontrast zur Stille der oberen Gassen.
Hier reihen sich erstklassige Tavernen, schicke Bars und gemütliche Cafés aneinander. Ob ein griechischer Kaffee am Vormittag oder ein Ouzo mit Mezedes am Abend – hier findet das soziale Leben statt.
Während ihr euer Essen genießt, gleiten nur wenige Meter entfernt die Yachten, Fischerboote und die Taxiboote aus Galatas vorbei. Die Promenade ist der perfekte Ort, um das maritime Flair der Insel in vollen Zügen aufzusaugen.
Trotz der lebhaften Atmosphäre an der Promenade bewahrt sich Sferia in seinen oberen Vierteln eine fast dörfliche Ruhe, in der die Zeit stillzustehen scheint.

Kalavria
Die grüne Lunge und Ruheoase
Während Sferia mit quirligen Gassen und neoklassizistischem Flair besticht, ist Kalavria der weite, wilde Gegenpart von Poros. Diese deutlich größere Teilinsel ist ein Paradies für Naturliebhaber und Ruhesuchende, geprägt von dichten Pinienwäldern, die bis an die glitzernden Buchten heranreichen.
Pinien und einsame Buchten
Kalavria fühlt sich ganz anders an als der bebaute Kern der Insel. Sobald man die kleine Brücke überquert, verändert sich die Szenerie: Die Häuser weichen einer üppigen, mediterranen Vegetation.
Hier finden Sie die bekanntesten Badeplätze der Insel, wie den Askeli Beach mit seinem feinen Sand oder die berühmte Love Bay, wo die Pinienbäume den Schwimmern natürlichen Schatten spenden.
Mitten in der Stille der Insel liegen die Ruinen des antiken Poseidon-Heiligtums. Auch wenn nur noch wenige Reste zu sehen sind, ist die spirituelle Energie dieses Ortes – hoch über dem Meer gelegen – deutlich spürbar.
Ein Paradies für Wanderer
Kalavria ist von einem Netz aus alten Pfaden und gut markierten Wanderwegen durchzogen, die das Herz jedes Outdoor-Fans höher schlagen lassen. Das Besondere hierbei ist die ständige Abwechslung zwischen schattigen Waldabschnitten und spektakulären Ausblicken auf den Saronischen Golf. Alle Wanderwege sind auf der Internetseite Porostrails.gr zu finden und sehr gut ausgeschildert.
Beliebte Routen sind unter anderem:
Der Weg zum Poseidon-Heiligtum: Eine Wanderung, die Natur mit Archäologie verbindet und mit einem weiten Blick über die Ägäis belohnt wird.
Die Klostertour: Ein wunderschöner Pfad führt zum Kloster Zoodochos Pigi, das versteckt in einem grünen Tal liegt und für seine heilende Quelle bekannt ist.
Gipfelstürmer: Für die Ambitionierten bieten die Pfade zum höchsten Punkt der Insel (Vigla) eine 360-Grad-Aussicht, die bei klarer Sicht sogar bis nach Ägina und Hydra reicht.
Tipp: Nehmt für eure Wanderungen auf Kalavria unbedingt ausreichend Wasser mit. In den tiefen Wäldern gibt es keine Kioske, dafür aber umso mehr duftende Kräuter wie Thymian und Salbei am Wegesrand.
Kalavria ist der Ort, an dem man tief durchatmet. Während man auf Sferia den Espresso an der Promenade genießt, findet man hier, nur ein paar Minuten entfernt, die absolute Stille der Natur. Es ist diese Kombination aus beiden Inselteilen, die Poros so einzigartig macht.
Sehenswürdigkeiten auf Kalavria
Der Leuchtturm „Dana“: Ein Wächter aus Stein und Licht

Am westlichsten Zipfel der Teilinsel Kalavria thront das Lighthouse Dana (Pharos Dana) – ein architektonisches Juwel, das den Eingang zur Meerenge von Poros bewacht. Der 1870 von französischen Ingenieuren erbaute Turm ist weit mehr als nur ein Orientierungspunkt für Seefahrer; er ist eines der romantischsten und geschichtsträchtigsten Ziele der Insel.
Der quadratische Turm ist aus lokalem Stein gemauert und ragt stolz etwa 9 Meter in die Höhe. Zusammen mit dem kleinen Wärterhaus, das direkt an den Turm anschließt, bildet er ein Ensemble, das perfekt mit der schroffen Küstenlandschaft harmoniert. Nach einer sorgfältigen Restaurierung vor einigen Jahren strahlt der Leuchtturm heute wieder in vollem Glanz und zählt zu den besterhaltenen Monumenten der modernen Schifffahrtsgeschichte Griechenlands.
Die Lage des Leuchtturms ist spektakulär. Er befindet sich an der Landspitze Kap Dana, dort, wo sich der Kanal von Poros zum offenen Saronischen Golf hin öffnet. Von hier aus habt ihr einen unverstellten Blick auf die vorbeiziehenden Schiffe, die Insel Ägina in der Ferne und die dramatische Silhouette des Peloponnes.
Es gibt kaum einen schöneren Ort auf der Insel, um den Sonnenuntergang zu beobachten. Wenn der Himmel rot glüht und das Leuchtfeuer rhythmisch zu blinken beginnt, herrscht hier eine fast magische Stille.
Den Leuchtturm Dana erreicht man nicht „mal eben“ im Vorbeigehen – und genau das macht seinen Charme aus.
Anfahrt: Von der Stadt Poros aus folgt ihr der Küstenstraße Richtung Westen, vorbei an der Gerolimenas-Bucht. Man kann mit dem Roller oder Fahrrad ein gutes Stück fahren, bis der befestigte Weg endet.
Das letzte Teilstück ist nur zu Fuß erreichbar. Ein schmaler, etwa 20-minütiger Wanderpfad führt durch duftende Pinienhaine und über felsiges Gelände direkt zum Kap. Der Weg ist gut begehbar, festes Schuhwerk ist jedoch empfehlenswert.
Kleiner Hinweis: Packt euch ein Picknick und eine Flasche Wein ein. Da es am Leuchtturm keine Cafés gibt, ist dies der ideale Ort für ein privates Dinner unter dem Sternenhimmel, während unter euch die Wellen gegen die Felsen schlagen.
Ehemalige russische Werft
Ein weiteres faszinierendes Ziel auf Poros ist die sogenannte Russische Werft (Ρώσικος Ναύσταθμος). Hierbei handelt es sich nicht um eine aktive Werft, sondern um eine beeindruckende historische Ruine in einer der schönsten Buchten der Insel.
Die Geschichte dieses Ortes reicht zurück in das 18. und 19. Jahrhundert, als das Russische Kaiserreich eine starke Präsenz im Mittelmeer anstrebte, um Griechenland im Kampf gegen das Osmanische Reich zu unterstützen.
Nach dem Vertrag von Küçük Kaynarca (1774) erhielt Russland das Recht, Versorgungsstationen für seine Flotte in der Ägäis zu errichten.
Ab 1834 wurden hier massive Steinbauten errichtet – darunter Lagerhäuser und Bäckereien –, um die russischen Schiffe mit Lebensmitteln und Kohle zu versorgen. Die Russen hielten das Anwesen bis zum Jahr 1900. Heute sind die Ruinen mit ihren charakteristischen Steinbögen als historisches Denkmal geschützt und zeugen von der engen militärischen Zusammenarbeit zwischen Griechenland und Russland in dieser Zeit.
Lage und Strand: „Russian Bay“
Die Russische Werft liegt in der gleichnamigen Bucht an der Westküste der Teilinsel Kalavria.
Die Bucht gilt als eine der malerischsten der Insel. Die Ruinen stehen direkt am Ufer und bieten eine einzigartige Kulisse für Badegäste. Das Wasser hier ist besonders ruhig und klar, da die Bucht durch die kleine, gegenüberliegende Insel Daskalio (mit einer hübschen weißen Kapelle) geschützt wird.
Im Sommer dient die historische Kulisse oft als Ort für Konzerte und kulturelle Veranstaltungen, was der Bucht eine fast mystische Atmosphäre verleiht.
Erreichbarkeit
Die Russische Werft ist sehr einfach zu erreichen und ein beliebtes Ziel für einen Halbtagesausflug:
Von der Stadt Poros aus führt eine asphaltierte Küstenstraße nach Westen (vorbei an Neorio und der Love Bay). Die Fahrt mit dem Roller, Fahrrad oder Auto dauert etwa 10 bis 15 Minuten.
Mit dem Taxiboot: In der Hochsaison verkehren kleine Boote direkt vom Haupthafen in Sferia zur Russian Bay. Dies ist der entspannteste Weg, da man dabei die Küstenlinie vom Wasser aus bewundern kann.
Zu Fuß: Für Wanderfreunde ist der Weg von der Stadt aus machbar (ca. 45–60 Minuten). Man kann die Küstenstraße nutzen, oder einen der ausgewiesenen Wanderwege auf Kalavria (siehe auch auf der Seite "Poros Trails" im Internet).
Tipp: Wenn ihr gut zu Fuß seid oder ein Boot habt, lohnt sich ein Abstecher zur winzigen Insel Daskalio direkt gegenüber der Werft. Sie ist bekannt für ihre herzförmige Form und die kleine Kirche Maria Himmelfahrt.





















