Hydra
Ύδρα

Die autofreie Insel Hydra im Saronischen Golf ist ausschließlich über den Seeweg erreichbar. Da auf der gesamten Insel keine Autos oder Motorroller erlaubt sind, beginnt das entschleunigte Reiseerlebnis bereits bei der Anreise.

 

Für den Weg nach Hydra stehen Ihnen zwei Hauptoptionen zur Verfügung: die klassischen Linienfähren oder ein privates Taxiboot.

 

Die meisten Reisenden nutzen die regelmäßigen Fährverbindungen. Da Hydra ein extrem beliebtes Ausflugsziel ist, ist die Taktung vor allem in den Frühlings- und Sommermonaten sehr hoch.

Abfahrtshafen Piräus (Athen): Vom großen Fährhafen bei Athen (Gate E8) legen mehrmals täglich Schnellboote (Flying Dolphins oder FlyingCats) der Reedereien Hellenic Seaways und Sea Jet ab. Die Überfahrt dauert je nach Route und Zwischenstopps (z. B. über Poros oder Ermioni) etwa 1,5 bis 2 Stunden.

Abfahrtshafen Metochi (Peloponnes): Wenn Sie mit dem Auto auf dem griechischen Festland unterwegs sind, ist Metochi der strategisch beste Punkt. Dort gibt es bewachte und unbeachte, kostenlose Parkplätze, auf denen ihr euren Mietwagen abstellen könnt. Die Personenfähren setzen  in nur 20 bis 25 Minuten nach Hydra hinüber.

Ein Ticket von Piräus kostet je nach Saison und Schiffstyp zwischen 36 € und 45 € pro Strecke. Tickets von Metochi sind mit 6,50 € (2026) deutlich günstiger.

 

Die Route Metochi – Hydra ist außerdem die am häufigsten genutzte Taxiboot-Strecke. Wenn ihr in Metochi ankommt und keine Linienfähre mehr fährt, bringt euch ein Wassertaxi in rund 15 Minuten direkt in den Hafen von Hydra. Diese Boote fahren im Gegensatz zu den Fähren rund um die Uhr (Nachtzuschlag beachten).

Kosten: Wassertaxis werden pro Fahrt und nicht pro Person abgerechnet. Eine Fahrt von Metochi nach Hydra kostet tagsüber pauschal etwa 50 € bis 60 €. Wenn Sie sich das Boot mit anderen Reisenden teilen, wird es entsprechend günstiger. Eine Fahrt direkt von Piräus aus ist theoretisch möglich, aufgrund der enormen Distanz und der offenen See jedoch extrem teuer und unüblich.

 

Insel-Hopping & Strände: Vor Ort auf Hydra sind Taxiboote zudem das Hauptverkehrsmittel, um abgelegene Badebuchten (wie Bisti oder Agios Nikolaos) oder benachbarte Inseln wie Spetses zu erreichen.

Autofreies Highlight im Saronischen Golf

Hydra (auch Ydra genannt) gehört zu den faszinierendsten und eigenwilligsten Inseln Griechenlands. Im Saronischen Golf gelegen, verdankt das Eiland seinen besonderen Charakter einem strikten Gesetz: Hydra ist komplett autofrei. Weder PKWs noch Motorroller stören die Ruhe; stattdessen prägen Esel, Maultiere und Wassertaxis das Bild. Diese Entschleunigung, gepaart mit rauer Natur und tiefblauem Wasser, verleiht der Insel eine beinahe zeitlose Atmosphäre.

 

Das pulsierende Herz der Insel ist der gleichnamige Hauptort Ydra (Hydra-Stadt). Er schmiegt sich wie ein steinernes Amphitheater um ein perfektes, halbrundes Hafenbecken.

Statt der typischen weiß-blauen Kykladen-Häuschen dominieren hier imposante, mehrstöckige Herrenhäuser (Archontika) aus grauem Naturstein. Sie wurden im 18. und 19. Jahrhundert von wohlhabenden orthodoxen Reedern und Kapitänen erbaut, die durch den Seehandel zu enormem Reichtum gelangten.

Am Kai reihen sich Cafés, Tavernen und kleine Kunstgalerien aneinander. Schlendert man tiefer in die steilen, labyrinthartigen Gassen hinein, weicht der Trubel schnell einer absoluten, idyllischen Ruhe.

 

Da die Insel nicht nur Einheimische und Griechenland-Fans, sondern auch die Reichen und Schönen dieser Welt anlockt, spielen sich im Hafen mitunter auch skurrile Szenen ab. Zum Beispiel, wenn teure Designer-Koffer am Hafen auf uralten, staubigen Eseln befestigt und deren perfekt gekleidete Besitzer*innen so zu ihren Hotels begleitet werden....

Leonard Cohen: Die Muse der Insel

 

Die einzigartige Mischung aus Abgeschiedenheit und kosmopolitischem Flair zog ab den 1960er-Jahren zahlreiche Künstler, Schriftsteller und Freigeister an. Der prominenteste unter ihnen war der kanadische Songwriter und Dichter Leonard Cohen.

„Es gibt keinen Ort auf der Welt, an dem man so leben kann wie hier – und das schließt das Paradies mit ein.“ – Leonard Cohen über Hydra

 

Cohen kaufte im Jahr 1960 für ca. 1.500 Dollar ein traditionelles, damals noch stromloses Steinhaus in den oberen Gassen von Ydra. Er verbrachte hier fast ein Jahrzehnt, fand in der Norwegerin Marianne Ihlen seine große Muse (verwewigt im weltberühmten Song „So Long, Marianne“) und schrieb auf der Insel einige seiner wichtigsten frühen Alben und Romane. Bis heute gilt sein ehemaliges Wohnhaus als subtiler Pilgerort für Musikliebhaber, und eine Straße auf der Insel wurde nach ihm benannt.

Hydra ist kein Ort für klassischen Massentourismus, sondern ein Refugium für Wanderer, Kulturbegeisterte und all jene, die das ursprüngliche, unaufgeregte Griechenland suchen.

 

Wandert man vom Hafen in Hydra-Stadt in westliche Richtung, erreicht man nach einigen Hiúndert Metern eine Leonard Cohen-Gedenkstelle: Zu seinen Ehren wurde hier eine Bank aufgestellt, mit einem eindrucksvollen Blick in Richtung Pelleponnes.

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