Ägina

Αίγινα

Ägina-Stadt ist mit der Schnellfähre in etwa 40 Minuten von Piräus zu erreichen. Ebenso gibt es Verbindungen auf die andere Inselseite, in den Touristenort Agia Marina.

Ägina-Stadt

Ägina-Stadt ist die lebendige Inselhauptstadt und das touristische sowie administrative Zentrum der Insel Ägina. Die Stadt empfängt ihre Besucher direkt am Hafen, der Dreh- und Angelpunkt des Insellebens ist.

Hafen und Atmosphäre

Der Hafen von Ägina ist ein geschäftiger Fährhafen mit regelmäßigen Verbindungen nach Piräus (Athen) und zu den anderen Saronischen Inseln. Die breite Uferpromenade ist gesäumt von prächtigen, neoklassizistischen Häusern, und hier spielt sich das gesellschaftliche Leben ab. Man findet hier neben Fischerbooten auch die charakteristischen schwimmenden Marktboote, auf denen frisches Obst und Gemüse angeboten wird.

Kulinarisches und Nachtleben

Direkt am Hafen und in den malerischen Gassen der Altstadt reihen sich zahlreiche Bars, Cafés und traditionelle Tavernen aneinander.

Tavernen: Besonders beliebt sind die Fischtavernen (Ouzeris) nahe dem Fischmarkt, die fangfrischen Fisch und Mezedes (kleine Vorspeisen) servieren – oft mit direktem Blick auf das Meer und die ein- und auslaufenden Schiffe. Besonders gefallen hat uns das in einer Nebenstraße gelegene Restaurant "Ta Karafakia" (Εστιατόριο Τα Καραφάκια).

Bars & Cafés: Von traditionellen Kafeneia, wo die Einheimischen ihren Ouzo trinken, bis hin zu modernen Cocktail- und Weinbars am Wasser bietet Ägina-Stadt für jeden Geschmack das passende Ambiente, um den Sonnenuntergang zu genießen.

Pistazienparadies

Ägina ist die „Pistazieninsel“, und Ägina-Stadt ist das Zentrum für den Verkauf dieses berühmten lokalen Produkts. Überall in der Stadt, besonders an der Uferpromenade, findet man Geschäfte und Stände, die eine Vielzahl an Pistazienprodukten anbieten: Frische Pistazien (die Sorte Fistiki Aeginis gilt als eine der besten der Welt), Pistazienbutter, Pistaziensüßigkeiten wie Fistikato, und andere Köstlichkeiten. Das jährliche Aegina Fistiki Festival im September, eine große Veranstaltung rund um die Ernte und Verarbeitung der Pistazie, zieht Besucher aus ganz Griechenland an.

Agia Marina

Agia Marina ist der bekannteste und belebteste Ferienort auf Ägina und liegt an der Ostküste der Insel, eingebettet in eine wunderschöne Bucht. Der Ort ist etwa 12 Kilometer von Ägina-Stadt entfernt.

Das Herzstück von Agia Marina ist der lange Sandstrand, der als einer der besten auf Ägina gilt. Der Strand fällt flach ins Meer ab, was ihn besonders für Familien mit kleinen Kindern attraktiv macht. Die Bucht wird von grünen Kiefernwäldern und Hügeln umrahmt und bietet klares, türkisfarbenes Wasser sowie zahlreiche Möglichkeiten für Wassersport.

Am Hafen legen auch Fähren von Piräus an, was die Anreise direkt in den Ort ermöglicht.

Agia Marina zeichnet sich durch seine touristische Infrastruktur aus. Entlang der Uferpromenade finden sich zahlreiche Hotels, Pensionen, Tavernen, Cafés und Souvenirshops. Die Atmosphäre ist lebhaft und gesellig, in den Sommermonaten mitunter auch überfüllt und laut, insbesondere an den Wochenenden.

Wer seinen Urlaub gerne in Agia Marina verbringen, aber etwas mehr Ruhe haben möchte, sollte sich eine Unterkunft am Ortsrand suchen - entweder ein paar Hundert Meter den Hang hinauf oder am Rand der Bucht.

Leider hat Agia Marina auch eine überaus hässliche Seite: Am südlichen Ende der Bucht thronen - direkt über dem Strand - die Reste einer riesigen, seit den 1970er Jahren leerstehenden Hotelanlage.

Aphaia-Tempel

Der Aphaia-Tempel ist eine bedeutende archäologische Sehenswürdigkeit und befindet sich auf einer Bergkuppe im Nordosten der Insel. Der gut erhaltene dorische Tempel aus der Zeit um 500 v. Chr. ist der Göttin Aphaia geweiht und bietet Besuchern einen beeindruckenden Einblick in die antike Baukunst, aber auch einen atemberaubenden Ausblick über den Saronischen Golf, bei klarem Wetter sogar bis nach Attika und Athen.

Die Tempelanlage ist über die Verbindungsstraße zwischen dem Bergdorf Mesagros und der Hafenstadt Agia Marina zu erreichen. Von Agia Marina aus gelangt man auch zu Fuß ans Ziel: Dazu muss man von der "Leoforos Aphaia" (Aphaia-Allee) in nördliche Richtung in die Straße "Athinas" abbiegen und etwa 30 Minuten durch den Wald den Berg hinaufsteigen.

Ein anderer Weg führt oberhalb des Dorfes Agia Marina, am Ende der Kryftis-Straße links in den Wald hinein. Der Weg verläuft hinter dem Hotel "Pefkides Boutique Apartments", ist gut begehbar und führt am Kloster Minas vorbei, das sich zu einem kurzen Abstecher anbietet. 

Tipp für Besucher: Besonders früh morgens oder kurz vor Sonnenuntergang am Abend ist der Tempel einen Abstecher wert. Zum einen ist es dann nicht so heiß, zum anderen taucht das schräg einfallende Sonnenlicht den gesamten Tempel in einen goldenen Glanz. Ein mystischer Ort!

 

Öffnungszeiten: Die archäologische Stätte hat in der Regel täglich geöffnet. Die Zeiten können je nach Saison variieren: Im Winter (ca. 1. November bis 31. März) sind es oft 10:30 bis 17:30 Uhr, im Sommer (ca. 1. April bis 31. Oktober) entsprechend länger, z. B. 08:00 bis 20:00 Uhr (Achtung: Uhrzeiten können sich kurzfristig ändern, eine vorherige Überprüfung ist ratsam).

Eintrittspreis: Der volle Eintrittspreis beträgt zurzeit 10 €, ermäßigt 5 €. Es gibt auch spezielle Tage mit freiem Eintritt.

Kloster 
Agios Nektarios

Das Kloster Agios Nektarios (Heiliger Nektarios) ist eines der größten und bekanntesten orthodoxen Klöster in ganz Griechenland und bildet das wichtigste religiöse Zentrum der Insel Ägina. Es liegt im Inselinneren, in der Nähe der byzantinischen Ruinenstadt Paleochora.

Das Kloster wurde Anfang des 20. Jahrhunderts vom Heiligen Nektarios von Ägina (bürgerlich Anastasios Kephalas, 1846–1920) gegründet. Er ist ein sehr verehrter, relativ neuer Heiliger der orthodoxen Kirche. Das Kloster beherbergt seine Reliquien und ist Ziel zahlreicher Pilger aus aller Welt, die um Heilung und Segen beten.

Die Klosteranlage besteht aus zwei Hauptkirchen:

Die alte Klosterkirche: Die ursprüngliche, kleinere Kirche, die der Heilige Nektarios selbst erbauen ließ.

Die neue Kathedrale: Eine imposante, riesige Kirche mit leuchtend gelben Mauern und zwei hohen Glockentürmen, die nach dem Tod des Heiligen errichtet wurde und die größte Kirche in Griechenland ist. Sie ist dem Heiligen Nektarios geweiht.

Hinweise für Besucher:

Da es sich um eine aktive religiöse Stätte handelt, ist die Kirche in der Regel täglich für Pilger und Besucher geöffnet. Die Gebets- und Besuchszeiten können jedoch variieren:

Generelle Besuchszeiten: Meist von 7 Uhr morgens bis zum frühen Abend (oft bis ca. 18 oder 19 Uhr).

 

Wichtig: Während der Gottesdienste, die oft sehr früh morgens (ca. 7:30 Uhr) und am späten Nachmittag (ca. 19 Uhr) stattfinden, kann der normale Besucherverkehr eingeschränkt sein.

 

Wie in allen griechischen Klöstern ins es auch hier ein Zeichen von Respekt und damit eine Selbstverständlichkeit, auf angemessene Kleider (bedeckte Schultern und Knie) zu achten. Tücher und Kleidungsstücke zum kurzfristigen Bedecken nackter Haut sind am Eingang vorhanden.

Nonnenkloster 
Agia Ekaterina

Das Nonnenkloster Agia Ekaterini (Heilige Katharina) ist ein kleines, idyllisches Kloster auf der Insel Ägina, das dem Trubel des Hauptortes fernliegt und eine Oase der Besinnung und Ruhe bietet.

Das Kloster befindet sich im Kontou-Tal, eingebettet in eine Landschaft mit hohen Zypressen, nicht weit entfernt vom bekannteren Kloster Agios Nektarios und der Straße, die nach Souvala führt. Es handelt sich um einen kleinen Konvent, in dem nur eine geringe Anzahl von Nonnen lebt und wirkt. Die Atmosphäre ist entsprechend privat und tief spirituell. Historisch soll sich an dieser Stelle einst ein Aphrodite-Tempel befunden haben.

Der Besuch dieses kleinen Juwels bietet eine wunderbare Ergänzung zur Besichtigung der größeren, touristischeren Stätten Äginas.

Besuch und Öffnungszeiten:

Als aktives Nonnenkloster ist Agia Ekaterini in erster Linie eine religiöse Stätte. Die Schwestern widmen sich dort dem Gebet und dem Klosterleben.

Öffnungszeiten: Es gibt hier keine offiziellen Öffnungszeiten. Üblicherweise sind sie tagsüber zugänglich, besonders für Pilger, die die Kirche besuchen möchten. Man sollte jedoch darauf vorbereitet sein, dass die Zeiten variieren und Besucher aus Rücksicht auf die Nonnen nur eingeschränkt geduldet werden. Am Haupteingang ist eine Klingel, wir sind bei unserem kurzen Besuch überaus freundlich empfangen worden. Im Innenhof des Klosters gab es sogar Kaffee und griechisches Gebäck.

Verhalten: Beim Besuch sollte man die Ruhe und die Privatsphäre der Nonnen respektieren. Eine angemessene, dezente Kleidung (bedeckte Schultern und Knie) ist obligatorisch.

 

Paleochora von Ägina

Paleochora (auch Paliachora) ist einer der faszinierendsten historischen Orte auf Ägina und wird oft als das "Mystras des Saronischen Golfs" bezeichnet.

Die Geisterstadt mit den 365 Kirchen

Paleochora (wörtlich: "Alte Stadt") war vom 9. Jahrhundert bis ins frühe 19. Jahrhundert hinein die mittelalterliche Hauptstadt der Insel Ägina. Sie liegt strategisch günstig im Inselinneren auf einem steilen Hügel, direkt gegenüber dem berühmten Kloster des Heiligen Nektarios.

Die Bewohner Äginas verließen im 9. Jahrhundert die Küstensiedlungen, um sich auf dem schwer zugänglichen Hügel niederzulassen. Sie suchten Schutz vor den ständigen und verheerenden Überfällen der sarazenischen Piraten. Paleochora entwickelte sich zu einer blühenden, dicht besiedelten byzantinischen Stadt mit Häusern, Zisternen und einer venezianischen Festung auf dem Gipfel.

Paleochora ist heute eine Geisterstadt, da die Einwohner ab dem frühen 19. Jahrhundert, als die Piratenbedrohung nachließ, wieder an die Küste zogen und die heutige Hauptstadt Ägina-Stadt gründeten. Während die Wohnhäuser im Laufe der Zeit zerfielen, blieben die zahlreichen Kirchen erhalten.

Legende und Realität: Einer lokalen Legende zufolge soll es in Paleochora einst 365 Kirchen gegeben haben – eine für jeden Tag des Jahres.

Erhaltene Kirchen: Heute sind noch rund 38 byzantinische und nachbyzantinische Kirchen und Kapellen erhalten und können besichtigt werden.

Ein Spaziergang durch die Paleochora ist wie eine Reise in die turbulente Vergangenheit Äginas. Die Stille und die Ruinen der Kirchen auf dem Hügel, von dem man einen weiten Blick auf die Umgebung hat, machen diesen Ort zu einem eindringlichen und unvergesslichen Erlebnis.

Die "Goldenen Stunde" kurz vor Sonnenuntergang lädt zu einem Besuch am frühen Abend ein. Der Ausblick auf den Sonnenuntergang ist grandios und mystisch.

Wichtig: Wegen der teilweise sehr schlechten Wege sollte man unbedingt feste Schuhe tragen.

Besteigung des Oros

Der Oros ist mit 532 Metern der höchste Berg auf Ägina. Mit gutem Schuhwerk ist er in etwa 30 bis 45 Minuten leicht zu besteigen, vorausgesetzt, man kann zuvor ein Stück des Weges mit dem Mietwagen oder einem Roller zurücklegen. 

Hierzu befährt man die Verbindungsstraße zwischen Ägina-Stadt und dem Ort Portes, bis man zwischen den Dörfen Pacheia Rachi und Anitsaio auf den braunen Wegweiser "Archeological Site" trifft, der in in südwestliche Richtung zeigt. Hier beginnt ein gut befahrbarer Schotterweg, auf dem man nach genau 2,1 Kilometern sein Fahrzeug an der Seite abstellen kann.

An dieser Stelle befindet sich linksseitig der Hinweis auf einen gut markierten Wanderweg, der den Berg hinauf führt. 

Nach etwa einem Kilometer erreicht man den Gipfel und die keine Kirche, die dort oben - weithin sichtbar - errichtet wurde. Der Ausblick über den saronischen Golf und den Sonnenuntergang ist grandios. Es lohnt sich auch, ein Getränk mitzunehmen. Aber Vorsicht: Für den Abstieg benötigt man zumindest noch Reste des Tageslichts.

Perdika und die Nachbarinsel Moni

Perdika ist ein typisch griechisches Fischerdorf. Der charakteristische kleine Hafen und die wunderschöne, etwas erhöhte Promenade prägen das Ortsbild. Hier gibt es zu relativ günstigen Preisen guten Fisch. Unsere Wahl war die Taverne "Remetzo", die wir wärmstens empfehlen können.

Neben den kulinarischen Möglichkeiten, die Perdika zu bieten hat, gilt der kleine und beschauliche Ort auch als Tür zur Insel "Moni", die nur wenige Hundert Meter von Perdika entfernt liegt. Moni ist unbewohnt, das Übernachten ist heute nicht mehr möglich und zudem nicht erlaubt. Im Hafen von Perdika gibt es eine kleine Anlegestelle für die Kaikis, die im 30-Minuten-Takt zur Insel und wieder zurück fahren. Die Überfahrt kostet 7 Euro, und beim Betreten des Bootes bekommt man seine Rückfahrkarte gleich in die Hand gedrückt. Das letzte Boot fährt gegen 18 Uhr von Moni wieder zurück nach Perdika. Der Anleger von Moni befindet sich in einer kleinen Bucht. Hier gibt es einen schönen Strand mit flachem, klaren Wasser sowie eine Strandbar, die auch kleinere Speisen anbietet.

Während es auf Moni vor einigen Jahrzehnten noch einen Campingplatz mit betonierten Stellflächen und sanitären Anlagen gab, sind heute nur noch verfallene Reste davon zu finden. Stattdessen hat sich auf wundersame Weise die Natur wieder ausgebreitet: Zwischen den Resten der Campinganlage tummeln sich heute Pfauen und Rehe. Bereits bereits beim Verlassen des Bootes wird der Besucher eindringlich darauf hingewiesen, dass die Insel ein Naturpark ist und man sich den Tieren nicht nähern sollte. Letzteres ist allerdings oft leichter gesagt als getan: Weil gerade die Pfauen mittlerweile gelernt haben, von den Hinterlassenschaften der Tagesgäste zu profitieren, kommen die Tiere oft bedrohlich nahe. Wer also versucht, am Strand von Moni in Ruhe ein mittgebrachtes Brötchen zu essen, der kann sich vor Bewerbern um heruntergefallene Krümel kaum retten. Hier gilt wie überall: Wild lebende Tiere dürfen keinesfalls gefüttert werden!

Auch die Rehe haben im Laufe der Zeit ihre natürliche Scheu vor den Menschen abgelegt und kommen sehr nahe an den Strand, teilweise bis an die Liegen der Badegäste heran.

Strand von Marathonas

Wer in den späten Nachmittags- oder frühen Abendstunden gerne schwimmen geht oder einfach nur aufs Meer hinausschauen möchte, der sollte sich den Strand von Marathonas auf keinen Fall entgehen lassen. Der Sonnenuntergang an diesem Strandabschnitt zwischen Ägina-Stadt und Perdika gehört zu den schönsten der Insel. 

Flaches und sehr klares Wasser und eine abendliche Ruhe laden hier zum Verweilen ein. Ein idealer Ort für ein mitgebrachtes Abendessen oder auch nur ein kühles Getränk.

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